Archiv für Mai 2009

WSDV! / MÜNSTER UNITED… ein Erklärungsversuch….

Vor mehreren Wochen erreichte mich eine Nachricht eines Uraltfans, mit der Bitte an einem Treffen im Horst teilzunehmen.

Anlaß für dieses spontane Treffen waren die aufbrausende Stimmung innerhalb der Fanszene gegen den Herrn im blauen Hemd im Zusammenhang mit vielen Kleinigkeiten und besonders zuletzt der Preisdiskussion. Ebenso sollte locker besprochen werden, wie ein einheitliches und gemeinschaftliches Auftreten der Fans – besonders im Vorfeld des Pokalspiels gegen Schloß Neuhaus – errreicht werden könnte.

An diesem Tag waren dort Mitglieder aus allen möglichen Fangruppen vertreten. (PG, „Alte“, A-Block, FP, Curva, Sponsoren, -Deviants: eingeladen, aber nicht da-…. ).
Man stellte sich kurz vor und es begann eine lebhafte Diskussion, die auch immer wieder in alle möglichen Richtungen abdriftete.

Schnell wurde klar, dass es praktisch ausgeschlossen ist, alle Faninteressen unter einen Hut zu bekommen, geschweige denn umzusetzen.
Also suchte man zunächst nach einem kleinsten gemeisamen Nenner. Dieser bestand (neben dem Wunsch endlich aufzusteigen) darin, dass ALLE die gegenwärtige Zerissenheit der Fanszene bescheuert fanden und ein fernes Traumziel „MÜNSTER UNITED“ (der Begriff fiel zufällig) in der Form, dass ALLE Fans gemeinsam unseren SCP supporten, allen Fans am Herzen liegt.
Aus dieser Diskussion entstand schliesslich der Aufruf: „28.04.: Alle in die Ostkurve!“

Ein weiterer gemeinsamer Ansatz war, dass Kommunikation mit dem Verein kaum bis gar nicht und wenn dann nur über Dritte im Internet stattfand.
Nachdem dies auch Tenor in den Foren war und der Verein mit der Ansetzung des Warsteiner Stammtisch im Uferlos reagierte stellte sich die Frage, wie man dort auftreten wolle. Das Ergebnis ist hinlänglich als „Aasee-Eklat“ bekannt und erschöpfend diskutiert.
Das Disaster dieser Aktion begründete sich nun in mehreren unglücklichen Umständen: Zeit, Organisation, Kommunikation…. Ohne das nun weiter vertiefen zu wollen, der Grundgedanke war wirklich gut: JA, die Fans wolllen sehr gerne mit dem Verein kommunizieren, aber bitte nicht schon wieder nach dessen Regeln, sondern problem- und gruppenspezifisch, sowie abseits von Medien und Sponsorenevents. Dadurch, dass die Aktion einerseits möglichst geheim gehalten werden sollte, aber der Vorstand schon sehr zeitnah Wind von der Geschichte bekam, erzielte man das Gegenteil von dem was man erreichen wollte: die wenigsten Fans (also die. die Bescheid wissen sollten) hatten etwas mitbekommen, aber der Verein (der ja überrascht werden sollte) wusste alles…. so nahm das Chaos seinen Lauf…… Der Vorstand sah sich brüskiert und viele Fans ausgegrenzt. Beides war so nie beabsichtigt. Anschliessend kochten wie bekannt überall die Emotionen hoch.

Besonders durch den Einsatz unseres Fanbeauftragten Manuel wurde aber einige Zeit später die Kommunikation wieder aufgenommen und ein Treffen vereinbart, welches schliesslich auch stattfand: westline

Als das tolle Ergebnis dieser Gespräche gerade publiziert werden sollte, kochte die Fanseele ob der Michaeal-Joswig-Peronalie wieder hoch.
Verständlich, dass dies kein geeigneter Zeitpunkt war um über positive Kommunikation zu reden…..

Auch jetzt fühlen sich wieder viele Fans ausgegerenzt bzw. nicht ausreichend informiert, wenn irgendwo scheinbar ohne sie zu informieren über ihre Belange diskutiert oder entschieden wird. Dies ist aber definitiv nicht der Fall. Es ist aber UNMÖGLICH alle Anregungen, Kritikpunkte und Wünsche zeitnah, technisch oder organisatorisch umzusetzen. Hierfür ist die Szene zu heterogen und in sich wie bekannt sogar zerstritten, d.h. Faninteressen kollidieren nicht nur mit Vereinsinteressen sondern z.T. sogar untereinander.

Wie kann man so etwas sinnvoll in den Griff bekommen bzw. verbessern?
1. Organisieren.
Gruppen sind stärker als Einzelpersonen. Fans, die ein Interesse daran haben mitzugestalten, sollten sich eine Heimat in einem Fanclub suchen. Entweder in den vielen Gruppen oder gründet selbst neue Fanclubs. Erdenkt euch Logos, Schlachtrufe, Choreografien. Sucht euch eurem Platz im Stadion und zeigt, dass dieser Verein und diese Farben unser ganzer Stolz sind! Im besten Falle werdet Vereinsmitglied.
2. Mit den richtigen Leuten reden.
Manuel, Nickel und Georg sind hervorragende Schnittstellen zur Vereinsspitze. Man kann sie jederzeit im Stadion, über das Inet oder Mobil erreichen. Es ist ihr Job sich um Fanbelange zu kümmern, also nutzt diese Kanäle.
3. Vorurteile abbauen.
Besucht andere Fans, sei es im Stadion oder bei ihren Treffen. Schaut hinter die Kulissen und lasst euch nicht blenden vom Hörensagen. Vieles wird einfacher wenn man ein Bier zusammen trinkt und plötzlich feststellt, dass wir alle ein großes gemeinsames Ziel verfolgen.
4. Respekt.
Respektiert unterschiedliche Meinungen. Niemand ist in Besitz einer ultima ratio. Meinungsvielfalt tut gut und ist wichtig. Funktionieren tut dies allerdings nur mit einer soliden Streitkultur und der Akzeptanz, dass eine Diskussion niemals der Überzeugung Andersdenkender gilt, sondern lediglich der Darstellung seiner eigenen Meinung.
Dies betrifft insbesondere die Auswüchse des Internets.
5. Gewaltverzicht.
Gewalt zerstört alles. Sie beginnt bei verbaler Gewalt (auch bei „Hurensohn“-Rufe gegen Eigene Leute) geht weiter über körperliche Konfrontationen mit gegnerischen Fans, der Polizei und gipfelt in Gewalt unter den eigenen Fans.
6. Ausgrenzungen vermeiden.
Fan zu sein bedeutet immer auch politisch zu sein. Nicht parteipolitisch, aber gesellschaftspolitisch. Viele Gruppen, aber auch Einzelne haben ganz klare Denkweisen in dieser Richtung und kommunizieren diese offensiv. Man muss diese nicht mögen, aber akzeptieren dass es sie gibt und dass man sie von ausserhalb auch nicht steuern kann. Während der 90 Minuten im Stadion sollten diese Differenzen aber ausgeblendet werden. Niemand ist mehr oder weniger Fan als der Andere; weder das Engagement noch die Anzahl der Stadionbesuche generieren irgendwelche Privilegien.
7. Zuhören.
Zuhören ist nicht gleich Hinhören. Versucht zu verstehen, warum jemand etwas tut oder sagt. Manchmal gibt es Sachzwänge, die bestimmtes Verhalten oder Aussagen bedingen. In solchen Fällen hilft meist kein wilder Aktionismus sondern Nachfragen und Nachdenken.
8. Auch mal Stolz sein.
Vierte Liga Mittelfeld, zerissene Fanszene und provinzielle Strukturen. Ja, es gibt in der Tat viele Gründe sich zu schämen ein SCP Fan zu sein.
Dennoch bin ich stolz auf meine Stadt, meine Farben, unser Team und (wie z.B. in Essen) oft auch auf unsere Fans! Ich lasse mir diesen Stolz auch nicht nehmen, von niemandem. Wir haben hier das Potential zu Höherem, wir müssen das nur optimal ausnutzen.

„MÜNSTER UNITED“ wird eine (schöne) Utopie bleiben, in der alle Fans gemeinsam zusammen stehend, engagiert, gewaltfrei und tolerant mit Herz und Verstand unsere Farben hochhalten und unser Team mit Leidenschaft und Inbrunst nach Vorne treiben.

Auf geht’s Preußen – kämpfen und siegen!

Eine Frage der Ehre

Stürmisch gehts her am Ende dieser Saison.
Leider nicht nur im Stadion, sondern ganz besonders auf den Nebenkriegsschauplätzen moderner Kommunkationsmittel.

Der vielgescholtene „Arschloch-Wichser-Hurensohn“-Eklat im Zusammenhang mit der Personalie Joswig/Gockel deckt die Tiefen Risse in unserer Kommune SCP auf.

Da wird fröhlich verbal gehauen und gestochen, distanziert, zurückgerudert, relativiert, attackiert, versöhnt, provoziert, beleidigt, ….usw.
Das gesamte Repertoire gesellschaftlicher Reibungsszenarien wird durchexerziert. Verständlich, hat doch ein jeder seine ganz persönliche Sicht der Dinge dazu und ebenso die passenden Medien seine Meinung einer größeren Gruppe ohne die Lästigkeit persönlicher Konfrontation kund zu tun. Das verleitet…..

Da eine „Hurensohn“-Titulierung ganz klar eine bewusste Ehrverletzung darstellt und für mich innerhalb einer Zweckgemeinschaft Verein absolut unakzeptabel ist, schlagen auch viele Antworten und Kommentare in diese Richtung. Jemandem die Ehre abzusprechen, sei es dem ungeliebten Vorstand, den Ultràs, den (Ex-) Hools, den Kutten, den Sponsoren, den Eventbesuchern oder einfachsterweise gleich dem Vorredner im Internetforum wird somit zum (unerträglichen) Standard.

Fußball- und Fankultur hängen in existenzieller Weise von Ehre und Stolz ab. Wird nun innerhalb eines Vereines so kommunziert offenbaren sich hier Gräben, wie sie tiefer nicht sein können. Zarte Pflänzchen der Harmonie zwischen Fans und Vereinsführung, die nach der WSDV!-Aktion begannen werden gerade abgesenst.

Ich fordere daher für uns eine Fanverfassung! Eine Verfassung, die das Miteinander, Rechte und Pflichten regelt und Konfliktlösungsansätze, aber auch Sanktionen bietet.
Eine Verfassung, für und von (allen!) Fans, welche uns als auch von den Vereinsverantwortlichen mit Ihrer Unterschrift und somit ihrer Ehre gezeichnet wird.

Einige Beispiele für ähnliche Verfassungen gibt es bereits quer durch alle Ligen. (Beispielsweise die hier: Fancharta Dynam0)
Wir sollten die Sommerpause nutzen um für uns eine solche gemeinsame Basis zu schaffen.

Die Strukturen hierfür stünden bereit, einzig am Willen könnte es scheitern.

(Anmerkung: anders als bei meinen bisherigen bloggs bitte ich hier explizit um Kommentare!)

Buona Notte Curva Monasteria?!

Alles läuft nach Plan!

Nach dem Plan des Herren im blauen Hemd!

Aber erst mal der Reihe nach….

Mein letzter Aufsatz über den Herrn im blauen Hemd war noch nicht zu Ende getippt, da gab es eine öffentliche Stellungnahme von Michael Joswig und im Gegenzug gleich das adäquate Nachkarten des Vereinsvorstandes.

Beides sorgte in unserer Fanszene für solchen Unmut, dass es beim abendlichen Zock gegen die Autobahnkreuzler zu Wechselgesängen kam, die ein Ende der Ära blauer Hemden forderte. Besonders hervor stachen dabei einige, die meinten das Ganze noch mit „Hurensohn“ und „Arschloch“ garnieren zu müssen.

Vor einer handvoll Zuschauer gewann man gestern das vorletzte Auswärtsspiel beim Ausverkaufsclub LU-Oggersheim. Anstatt die Mannschaft abzufeiern wurde nun wieder in verschärfter Form gepöbelt was das Zeug hielt.

Unsere Curvajungs,…was haben die sich alles in der Vergangenheit von anderen Stadionbesuchern anhören müssen.
Am schlimmsten fand ich persönlich immer die abfälligen Bemerkungen von bierbeleibten Früherwarallesbesserundichbinschonvielviellängerfans über das „Shalalala-Gesinge“ und „Kindergarten!“

Bei den Spielen allerdings hätten sich viele – ich übrigens auch – wohl eher lautes Shalala gewünscht, als diese geistigen Ausfallerscheinungen.

Nun, fragt sich der geneigte Leser, wieso sollte sich der Autor nicht mitfreuen, trifft dies doch den Tenor des letzten bloggs?!

Falsch!

Über den Herrn im blauen Hemd mag man denken was und wie man mag. Ich würde mich sehr freuen, wenn er von geeigneter Stelle einen deutlichen Gong mit anschliessendem Maulkorb verpasst bekäme und den Supportern unseres Teams Lernfähigkeit und -wille demonstrieren würde.

Ich werde mich hüten eine Bewertung abzugeben, wass nun ultràkonform ist und was nicht , schliesslich bin ich kein Ultrà, aber ich habe allerhöchsten Respekt (und meistens auch viel Freude und Stolz) vor ihrer Arbeit, ihrem Engagement und ihren Motiven.
Fankonform ist dieses Verhalten aber nicht. Es ist massiv fanschädlich! Warum?

Weil es exakt in die Strategie des Herrn im blauen Hemd passt!

Solidarität unter den Fans bedeutet Sicherheit und Kraft. Kleine, isolierte Gruppen haben keine Chance ohne diese Solidarität und gegen den Verein zu existieren. Extreme Aktionen wie zuletzt aber fördern Vorurteile, Unmutsäusserungen, Spaltungen und ein miseses Bild in der Öffentlichkeit und damit zwangsläufig eine Isolation der Gruppe.

Beim nächsten kritischen Anlass werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Hausrechtsansprüche in Form von SVs durchgesetzt.
Bei dem Image, dass die Curva sich nun verpasst, wird sich niemand in der Lage sehen öffentlich seine Sympathie und Solidarität zu erklären ohne dass er sich für eine solche Haltung rechtfertigen müsste. Erfahrungsgemäß wird also niemand für die Curva das Wort erheben!

Damit hätte der Herr im blauen Hemd einen immens wichtigen Schritt zur Umsetzung seiner ehrgeizigen Pläne getan: Die Curva wird aufhören zu existieren und mit ihr wird einer seiner vehementesten Gegner mundtot sein. Die VIPs können ohne lästige Nebengeräusche ihren Eventkick genießen und der Rest der Fans bildet einen optisch hübschen Folklorerahmen.

Ich glaube nicht, dass der Herr im blauen Hemd soviel strategisches Geschick besitzt, dass er diese Eskalationsstufe so weit hat planen können.
Entgegen kommt ihm diese Situation allemal und das ist es was mich wurmt!

Der Herr im blauen Hemd

In unserem Verein da gibt es den Herrn im blauen Hemd.
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