Mythos Motivation

Die Saison ist rechnerisch gelaufen, zu viele Punkte Abstand zur Spitze um noch etwas zu reißen, zu weit nach Unten um in den Strudel des Abstiegskampfes gezogen zu werden.
Trister Ligaalltag für viele Mannschaften, egal ob Liga 1 oder 5.

Wie gehen nun Trainer und Mannschaft mit einer solchen Situation um? Nach unserem Lustlosgekicke gegen BMG II gibt es auch im Preußenanhang eine lebhafte Diskussion, schwankend zwischen Verständnis und grenzenlosem Zorn. In höheren Klassen wird da auch gerne einmal der „Scheiss-Millionäre“-Song abgelassen.

Man stelle sich einmal folgende Situation vor:
Ein Unternehmer verkündet im Sommer, das Umsatzziel sei erreicht (oder alternativ, dass das Ziel in diesem Geschäftsjahr nicht mehr zu erreichen sei). Stellt er dann für den Rest des Jahres die Arbeit ein, feiert krank oder nimmt Dauerurlaub? Wohl kaum!

Andere Frage: Ist Geld überhaupt ein Motivationsfaktor? Jeder geneigte Leser kann da einmal ganz tief in sich gehen und diese Frage für sich selbst beantworten. Für mich persönlich steht fest: NEIN!
Geld ist lediglich ein Maßstab – ein Wertmaßstab um Leistungen vergleichbar zu machen.
Wenn aber Geld zum originären Ziel und als Motiv der Tätigkeit wird, dann geht ganz besonders im Sport alles den Bach runter.

Was also sollte im Sport (wie auch im normalen Berufsalltag) also Motivation bewirken?
Das kann ja wohl nur der Wille zum Erfolg sein und das bestreben zu Siegen.
Wenn ein Spieler nun seinen persönlichen Erfolg ausschließlich im Tabellenplatz am letzten Spieltag sieht und damit seine Arbeitsverweigerung rechtfertigt, dann ist dies ein Schlag ins Gesicht von Fans und Sponsoren, die Ihr Engagement ja auch nicht plötzlich verweigern.

Natürlich ist der Tabellenplatz wichtig! Ganz besonders bei unserem arg gebeutelten SCP. Aber nur weil die Vorstandsvorgabe („irgendwo unter den ersten 5″) erfüllt ist, aufzuhören Alles zu geben ist nicht akzeptabel.

Spieler, die „die goldene Ananas“ oder pekuniäre Argumente als Grund für schlechte Motivation vorschieben sollten ganz schnell aus dem Kader entfernt werden. Sport lebt und fällt mit dem Hunger nach Siegen und der Überzeugung, dass man auch den Fans etwas schuldet.

Natürlich muß jemand, der ordentliche Leistung bringt auch ordentlich bezahlt werden. Das gilt für Sport wie für die Wirtschaft. Aber nur Geld als Motivator vorzuschieben, morgens aufzustehen und meine Pflicht zu erfüllen ist zumindest bedenklich.

Als Scout eines anderen Teams würde ich jedenfalls keinen bald vertragslosen Spieler empfehlen, der nicht auch an solchen Spieltagen bereit ist, Alles für einen Sieg zu geben.

Merke: wenn ich Erfolg habe, kommt das Geld von ganz alleine!

Motivation ist nichts, was ich beliebig an und ausschalten kann, sondern eine Frage der Persönlichkeit.
Das Gegenteil behaupten übrigens diese „Motivationscoaches“, die mit ihren Lehrgängen einen Millionenmarkt für sich entdeckt haben. In der Realität hat NIEMAND jemals dort Motivation bekommen oder gelernt. Begeisterung vielleicht, aber die ebbt genauso schnell wieder ab wie sie kam, aber Motivation? Niemals!

Motivation ist ein Mythos!