WSDV! / MÜNSTER UNITED… ein Erklärungsversuch….

Vor mehreren Wochen erreichte mich eine Nachricht eines Uraltfans, mit der Bitte an einem Treffen im Horst teilzunehmen.

Anlaß für dieses spontane Treffen waren die aufbrausende Stimmung innerhalb der Fanszene gegen den Herrn im blauen Hemd im Zusammenhang mit vielen Kleinigkeiten und besonders zuletzt der Preisdiskussion. Ebenso sollte locker besprochen werden, wie ein einheitliches und gemeinschaftliches Auftreten der Fans – besonders im Vorfeld des Pokalspiels gegen Schloß Neuhaus – errreicht werden könnte.

An diesem Tag waren dort Mitglieder aus allen möglichen Fangruppen vertreten. (PG, „Alte“, A-Block, FP, Curva, Sponsoren, -Deviants: eingeladen, aber nicht da-…. ).
Man stellte sich kurz vor und es begann eine lebhafte Diskussion, die auch immer wieder in alle möglichen Richtungen abdriftete.

Schnell wurde klar, dass es praktisch ausgeschlossen ist, alle Faninteressen unter einen Hut zu bekommen, geschweige denn umzusetzen.
Also suchte man zunächst nach einem kleinsten gemeisamen Nenner. Dieser bestand (neben dem Wunsch endlich aufzusteigen) darin, dass ALLE die gegenwärtige Zerissenheit der Fanszene bescheuert fanden und ein fernes Traumziel „MÜNSTER UNITED“ (der Begriff fiel zufällig) in der Form, dass ALLE Fans gemeinsam unseren SCP supporten, allen Fans am Herzen liegt.
Aus dieser Diskussion entstand schliesslich der Aufruf: „28.04.: Alle in die Ostkurve!“

Ein weiterer gemeinsamer Ansatz war, dass Kommunikation mit dem Verein kaum bis gar nicht und wenn dann nur über Dritte im Internet stattfand.
Nachdem dies auch Tenor in den Foren war und der Verein mit der Ansetzung des Warsteiner Stammtisch im Uferlos reagierte stellte sich die Frage, wie man dort auftreten wolle. Das Ergebnis ist hinlänglich als „Aasee-Eklat“ bekannt und erschöpfend diskutiert.
Das Disaster dieser Aktion begründete sich nun in mehreren unglücklichen Umständen: Zeit, Organisation, Kommunikation…. Ohne das nun weiter vertiefen zu wollen, der Grundgedanke war wirklich gut: JA, die Fans wolllen sehr gerne mit dem Verein kommunizieren, aber bitte nicht schon wieder nach dessen Regeln, sondern problem- und gruppenspezifisch, sowie abseits von Medien und Sponsorenevents. Dadurch, dass die Aktion einerseits möglichst geheim gehalten werden sollte, aber der Vorstand schon sehr zeitnah Wind von der Geschichte bekam, erzielte man das Gegenteil von dem was man erreichen wollte: die wenigsten Fans (also die. die Bescheid wissen sollten) hatten etwas mitbekommen, aber der Verein (der ja überrascht werden sollte) wusste alles…. so nahm das Chaos seinen Lauf…… Der Vorstand sah sich brüskiert und viele Fans ausgegrenzt. Beides war so nie beabsichtigt. Anschliessend kochten wie bekannt überall die Emotionen hoch.

Besonders durch den Einsatz unseres Fanbeauftragten Manuel wurde aber einige Zeit später die Kommunikation wieder aufgenommen und ein Treffen vereinbart, welches schliesslich auch stattfand: westline

Als das tolle Ergebnis dieser Gespräche gerade publiziert werden sollte, kochte die Fanseele ob der Michaeal-Joswig-Peronalie wieder hoch.
Verständlich, dass dies kein geeigneter Zeitpunkt war um über positive Kommunikation zu reden…..

Auch jetzt fühlen sich wieder viele Fans ausgegerenzt bzw. nicht ausreichend informiert, wenn irgendwo scheinbar ohne sie zu informieren über ihre Belange diskutiert oder entschieden wird. Dies ist aber definitiv nicht der Fall. Es ist aber UNMÖGLICH alle Anregungen, Kritikpunkte und Wünsche zeitnah, technisch oder organisatorisch umzusetzen. Hierfür ist die Szene zu heterogen und in sich wie bekannt sogar zerstritten, d.h. Faninteressen kollidieren nicht nur mit Vereinsinteressen sondern z.T. sogar untereinander.

Wie kann man so etwas sinnvoll in den Griff bekommen bzw. verbessern?
1. Organisieren.
Gruppen sind stärker als Einzelpersonen. Fans, die ein Interesse daran haben mitzugestalten, sollten sich eine Heimat in einem Fanclub suchen. Entweder in den vielen Gruppen oder gründet selbst neue Fanclubs. Erdenkt euch Logos, Schlachtrufe, Choreografien. Sucht euch eurem Platz im Stadion und zeigt, dass dieser Verein und diese Farben unser ganzer Stolz sind! Im besten Falle werdet Vereinsmitglied.
2. Mit den richtigen Leuten reden.
Manuel, Nickel und Georg sind hervorragende Schnittstellen zur Vereinsspitze. Man kann sie jederzeit im Stadion, über das Inet oder Mobil erreichen. Es ist ihr Job sich um Fanbelange zu kümmern, also nutzt diese Kanäle.
3. Vorurteile abbauen.
Besucht andere Fans, sei es im Stadion oder bei ihren Treffen. Schaut hinter die Kulissen und lasst euch nicht blenden vom Hörensagen. Vieles wird einfacher wenn man ein Bier zusammen trinkt und plötzlich feststellt, dass wir alle ein großes gemeinsames Ziel verfolgen.
4. Respekt.
Respektiert unterschiedliche Meinungen. Niemand ist in Besitz einer ultima ratio. Meinungsvielfalt tut gut und ist wichtig. Funktionieren tut dies allerdings nur mit einer soliden Streitkultur und der Akzeptanz, dass eine Diskussion niemals der Überzeugung Andersdenkender gilt, sondern lediglich der Darstellung seiner eigenen Meinung.
Dies betrifft insbesondere die Auswüchse des Internets.
5. Gewaltverzicht.
Gewalt zerstört alles. Sie beginnt bei verbaler Gewalt (auch bei „Hurensohn“-Rufe gegen Eigene Leute) geht weiter über körperliche Konfrontationen mit gegnerischen Fans, der Polizei und gipfelt in Gewalt unter den eigenen Fans.
6. Ausgrenzungen vermeiden.
Fan zu sein bedeutet immer auch politisch zu sein. Nicht parteipolitisch, aber gesellschaftspolitisch. Viele Gruppen, aber auch Einzelne haben ganz klare Denkweisen in dieser Richtung und kommunizieren diese offensiv. Man muss diese nicht mögen, aber akzeptieren dass es sie gibt und dass man sie von ausserhalb auch nicht steuern kann. Während der 90 Minuten im Stadion sollten diese Differenzen aber ausgeblendet werden. Niemand ist mehr oder weniger Fan als der Andere; weder das Engagement noch die Anzahl der Stadionbesuche generieren irgendwelche Privilegien.
7. Zuhören.
Zuhören ist nicht gleich Hinhören. Versucht zu verstehen, warum jemand etwas tut oder sagt. Manchmal gibt es Sachzwänge, die bestimmtes Verhalten oder Aussagen bedingen. In solchen Fällen hilft meist kein wilder Aktionismus sondern Nachfragen und Nachdenken.
8. Auch mal Stolz sein.
Vierte Liga Mittelfeld, zerissene Fanszene und provinzielle Strukturen. Ja, es gibt in der Tat viele Gründe sich zu schämen ein SCP Fan zu sein.
Dennoch bin ich stolz auf meine Stadt, meine Farben, unser Team und (wie z.B. in Essen) oft auch auf unsere Fans! Ich lasse mir diesen Stolz auch nicht nehmen, von niemandem. Wir haben hier das Potential zu Höherem, wir müssen das nur optimal ausnutzen.

„MÜNSTER UNITED“ wird eine (schöne) Utopie bleiben, in der alle Fans gemeinsam zusammen stehend, engagiert, gewaltfrei und tolerant mit Herz und Verstand unsere Farben hochhalten und unser Team mit Leidenschaft und Inbrunst nach Vorne treiben.

Auf geht’s Preußen – kämpfen und siegen!