Archiv für August 2012

Ten Days of Honour!

Hansa weggepient!

Beim Mittwochsspiel gegen Hansa Rostock war nach 20 Minuten meine Preußenwelt noch voll in Ordnung: Wir lagen 0:2 hinten, in der Westkurve feierte der selbsternannte HartzIV-Mob und ich überlegte bereits, was ich mit dem angebrochenen Abend anfange.
Was dann folgte wissen wir. Heiser und stolz feierten wir alle einen denkwürdigen Sieg, von dem nicht wenige meinten, es sei eines der besten Preußenspiele ever gewesen und kaum noch zu toppen.


…da hatten sie noch was zu lachen – man achte auf mein Bier… (Foto: Martina/Klein Muffi)

Wiesbaden verwurstet!

Nach Wiesbaden fuhren wir dann eigentlich nur, weil an dem Samstag nichts Besseres auf dem Programm stand. Als Kühne in der 75. Minute beim Stande von 2:0 für Wehen vom Platz flog, war sich der Block einig, dass der man wieder auf dem Boden der preußischen Realität angekommen war. Lediglich Rüpel gröhlte noch was von „Das packen wir noch!“ und erntete mitleidiges Kopfschütteln. Dass einer der Geheimfavoriten für den Aufstieg dann doch noch in den letzten 3 Minuten das 2:2 bekam war so unglaublich, dass nicht nur Peter Vollmann abends auf der Heimfahrt nach Billerbeck gedacht hat, er sass im falschen Film.


Ausgleich in letzter Sekunde (Foto: Schulte/westline)


Dank Werder (fast) unsterblich!

Das Pokalspiel gegen Werder war für mich von vorneherein für den Arsch.
Dank der buckligen oberfränkischen Verwandschaft war frühzeitig klar, dass ein Beiwohnen des Spiels im Stadion nur unter dem hochpreisigen Einsatz eines zukünftigen Singlelebens zu erreichen war. Voller Frust gabs dann Samstag etliche Mass Frankenbier und immerhin die Einigung am Sonntag später zurückzureisen um wenigstens noch den SCP im TV zu sehen.

In der vollbesetzten Sky-Sportsbar angekommen, kotzten gerade ein paar Glubberer über das Grottenspiel in Havelse. Ein einsamer Frankfurter ging beim 2:0 für Aue an den Flipper und eine gemischte Gruppe Schalker, Hamburger und 60er frotzelte über Hoffenheim. Ich genoss das Tuscheln der Eingeborenen als man mich als Münsteraner erkannte und hockte mich vor die Leinwand. Pünktlich um 16 h schaltete Sky ins Preußenstadion und man sah die geilen Choreos in der Ostkurve.
Trotz eines Stiches nicht dabei sein zu können, freute ich mich über anerkennende Zurufe aus dem Auditorium.

Am Ende der offiziellen Spielzeit hatte ich schon ein Grinsen im Gesicht! Eine top BuLi-Mannschaft in die Verlängerung gezwungen – läuft!
Da alle anderen zeitgleichen Spiele ohne Verlängerung auskamen, stand nun mindestens 30 Minuten nur Preußen im Programm – geil!

Von den anfänglich rund 50 Zuschauern blieben doch tatsächlich locker 40 da, um sich den Rest auch noch zu geben.
Da klar war, dass es wie in den letzten 3 Pokalspielen gegen Bundesligavereine laufen würde, stellte ich mich schon mal auf anerkennende Schulterklopfer und mutmachenden Zuspruch ein. Das daraus letztendlich ein Triumphmarsch durch die Kneipenbestuhlung wurde, hätte ich mir nie erträumt!


ICH AUCH! (Foto: Klein-Muffi)

Meine Fresse… Ich musste mich noch nie so gegen Schal- oder Trikottauschangebote wehren! Der fränkische Fussballmischmob drehte total am Rad und ich mittendrin!
„Hoffentlich kriegen wir euch nicht zugelost!“ war das schönste und meistgehörte Kompliment an dem Nachmittag.

Endlich, endlich, endlich! Da war es… dieses Gefühl… STOLZ!
Der Stolz, dass eine ganze Fussballnation auf deinen Verein schaut, über ihn redet und sich voller Respekt verneigt!

Ich wünschte mir, dieses Gefühl könne man auf ewig konservieren und an schlechteren Tagen davon zehren.
Allerdings hielt es nur kurze Zeit an:
Eine Viertelstunde nach Spielende holte meine Süße mich dann an dem Schuppen ab.

Sie: „Und?“
Ich: „Gewonnen – unfassbar“
Sie: „Na Glückwunsch!… Und jetzt seid ihr aufgestiegen?“

Aaaaaaarrrrrrrgggghhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!!